Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt mit freundlicher Genehmigung der Organisation www.wiredsafety.org. Diese Organisation mit rund 9.000 ehrenamtlichen Mitarbeiten in der Welt ist die weltgrößte ihrer Art und ist im Bereich Internet-Sicherheit, Interneterziehung und Hilfegruppen tätig.
Warum
sollte man besorgt über MySpace oder ähnliche Seiten des sogenannten sozialen
Netzwerkes sein?
MySpace.com ist zurzeit vor allem bei Internetnutzern im Teenager- oder jungen Erwachsenenalter eines der beliebtesten sozialen Netzwerke im Internet. Bei über 13,5 Millionen Besuchern im April 2005 (von 6,5 Millionen Nutzern im Januar auf 17 Millionen Nutzer Ende Mai 2005 gestiegen), ist sie gerade für diejenigen die gefragteste Seite geworden, die Informationen austauschen und miteinander kommunizieren möchten.
Diese Beliebtheit kann auf die vielfältigen und verlockenden Möglichkeiten der Kommunikation zurückzuführen sein, kann aber auch lediglich eine Erscheinung der Unbeständigkeit der heutigen Jugendlichen sein. Bei jeder Veranstaltung unterscheidet sich die Anzahl der Nutzer (sowie das durchschnittliche Alter) von dem der üblichen Nutzerzahl (und -durchschnittsalter), was die durchaus realistische Schlussfolgerung zulässt, dass diese Seite das Hauptziel von Belästigern, Cyberbullies (Personen, die das Internet zum Belästigen anderer nutzen), Kindsentführer, Trickbetrüger und weiterer zwielichtiger Personen ist.
Vom Standpunkt der Internetsicherheit her leidet MySpace leider auch unter den gleichen zwei Defiziten, die auch die meisten anderen der führenden Anbieter von kostenlosen Kommunikationsdiensten plagen:
1. Das sehr geringe Verhältnis von registrierten Mitgliedern zu verfügbaren „Moderatoren“, die die Einhaltung der Servicebedingungen (AGB) gewährleisten sollen. MySpace hat nur ungefähr ein Dutzend Moderatoren, die alle Nutzeraktivitäten der Seite beobachten. Dementsprechend sind die Moderatoren darauf angewiesen, dass Mitglieder einen Missbrauch der Seite oder die Verletzung der Servicebedingungen melden.
2. Selbst wenn ein Missbrauch gemeldet wurde, ist es in den meisten Fällen leider nicht möglich, den jeweiligen Nutzer von einem kostenlosen Dienst auszusperren. Da die Mitgliedsinformationen beim Erstellen eines neuen Accounts (Benutzerkonto) nicht verifiziert werden, ist es relativ einfach, einen komplett fiktiven Benutzeraccount als neue Person zu erstellen.
Wie löst man dieses Problem?
Wenn man die oben genannten Punkte berücksichtigt, liegt es nahe, dass jeder Nutzer (und die Eltern der minderjährigen Nutzer) wissen muss, wie Missbräuche gemeldet werden und wie man mit unerwünschtem Kontakt oder Belästigungen umgeht. Bevor wir auf diese Punkte eingehen, schauen wir zunächst auf die besonderen Aspekte, die MySpace mit sich bringt.
Sicherheitsrisiken
1. Wie zuvor erwähnt werden Mitgliederinformationen nicht verifiziert. Aus diesem Grund und resultierend aus der großen Beliebtheit dieser Seite, ist es nicht ausgeschlossen, dass man Mitglied werden kann, obwohl man das Mindestalter der Seite von 14 Jahren noch nicht besitzt. Auf Grund ihrer noch nicht ausgeprägten Menschenkenntnis und der Gutgläubigkeit der jungen Nutzer, kann darauf geschlossen werden, dass viele von ihnen ein Ziel von Kindsentführern oder anderen Menschen mit zweifelhaften Motiven werden können.
2. Die Mitglieder von MySpace vertrauen stark auf die detaillierten „Mitgliederprofile“ um andere mit gleichartigen Interessen zu finden und zu treffen. Obwohl der Nutzer vorwiegend die Kontrolle darüber hat, welche Informationen über ihn letztendlich angezeigt werden, sind die meisten Minderjährigen zu eifrig und geben so viele persönliche Informationen wie möglich an. Obwohl nach den Servicebedingungen (AGB) die Angabe von Telefonnummern, Adressen und Nachnamen in dem Mitgliederprofil verboten sind, werden Alter und Wohnort automatisch im Mitgliederprofil veröffentlicht, welche auf das Geburtsdatum und die Postleitzahl basieren, die während der Registrierung angegeben werden müssen.
3. Die Seite bietet ebenfalls ein Modul, welches es erlaubt, dass sich Mitglieder untereinander bewerten (von kalt bis heiß). Diese Bewertungen basieren auf ihre Fotos und der weitere Profilinhalt. Oberflächlich betrachtet ist dies vielleicht als harmlos zu bewerten, doch solche „Vergleichungen“ können besonders für Teenager starke Auslöser für grundlose Beleidigungen, Belästigungen und anderer offensichtlichen Bedrohungen sein.
4. Ein weiteres Risiko ist, dass die besuchte Schule angegeben werden kann. Sollte ein Mitglied eine Schule angegeben haben, kann diese über eine andere Seite wie „Stay Friends“ lokalisiert werden. Die Datenbank dieser Seite kann nach Schulname und Bundesland durchsucht werden, um Mitglieder zu finden, die die jeweilige Schule besucht haben. Vom Standpunkt der Datensicherheit ist dies sehr riskant.
Trotz dieser Sicherheitsrisiken möchte der Seitenbetreiber ein sicheres und angenehmes soziales Umfeld bieten. Dies findet sich in einigen aktuellen Vereinbarungen wieder:
1. Sehr verständliche Servicebedingungen (AGB)-Richtlinien sind für diese Seite entwickelt worden. Diese scheinen mehr in die Tiefe zu gehen als die anderer vergleichbarer Seiten und besondere Richtlinien wurden hervorgehoben (www.myspace.com/misc/terms.html).
2. Sollte vermutet werden, dass ein Mitglied nicht das Mindestalter besitzt, wird auf Anfrage der Eltern die Mitgliedschaft beendet und der Account gelöscht (zunächst werden die Eltern ermutigt, ihren Kindern den verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit dem Internet zu erklären). Wenn in Erfahrung gebracht wird, dass jemand minderjährig ist, werden die Profile gelöscht und die Mitgliedschaft unwiderruflich beendet.
3. Die MySpace-Administratoren haben WiredSafety.org und ihren Geschäftsführer und Anwalt für Internetrecht, Parry Aftab, gebeten, eine verständliche Auflistung von Sicherheits-Tipps zu erstellen und Empfehlungen zu geben, wie die Seite Ihre Mitglieder zu sicherem und verantwortungsvollem Umgang mit dem Internet erziehen kann. Diese Informationen sollen die Mitglieder besser vor Belästigungen, Ausnutzungen etc. schützen. Es ist sehr zu empfehlen, dass alle Mitglieder (und die die es werden wollen) sich diese Seiten anschauen, zu finden auf http://www.myspace.com/misc/safetytips.html.
Wie
können Eltern Ihre Kinder schützen?
Nahezu alle Experten im Bereich Internet-Sicherheit stimmen miteinander überein, dass die effektivste Art und Weise zum Schutz von Minderjährigen im Internet die Beteiligung der Eltern an den Internet-Aktivitäten der Kinder ist.
Der Umfang dieser Beteiligung hängt zum größten Teil vom Vertrauen ab, welches die Eltern ihrer Kinder entgegenbringen, wenn es um das Selbstverständnis von „richtig“ und „falsch“ beim Surfen im Internet geht. Die Größe des Vertrauens variiert meistens mit dem Alter der Kinder, der Reife und des jeweiligen Verhaltens.
Manche Eltern wählen den direkten Weg der Beteiligung. Sie verbieten den Internetzugang wenn sie nicht in der Nähe sind, um die Aktivitäten selbst zu beobachten. Andere greifen auf Software zurück, die die Aktivitäten aufzeichnen, so dass sie sich später das Internetverhalten ihres Kindes anschauen können. (Wir empfehlen Produkte von Spectorsoft, zu finden auf spectorsoft.com oder software4parents.com)
Die indirekte Methode besteht in dem gemeinsamen Festlegen von Regeln zur Internetnutzung, an die sich das Kind halten sollte. Sollten trotzdem versehentlich Fehler passieren, sollte man die Regeln überdenken und ggf. neu festlegen.
Einige Eltern werden sich für den Mittelweg entscheiden, indem sie den PC in zentrale Räume im Haus stellen, wie z.B. das Wohnzimmer. Normalerweise werden sie das System so konfigurieren, dass es automatisch den Zugang zu bestimmten Chats, pornografischen Seiten etc. blockt. Der Gedanke dahinter ist der, dass das Kind weniger verbotene Seiten aufrufen möchte oder anderes risikoreiches Verhalten an den Tag legt, wenn ihre Aktivitäten von anderen Familienmitgliedern eingesehen werden können.
Unabhängig davon, für welchen Weg sich die Eltern entscheiden, Kinder bleiben Kinder und Neugier, Gruppenzwang oder schon reine Langeweile können dazu führen, dass der Verstand und die Vorsicht vergessen werden. In anderen Worten: Ihr Kind kann in Schwierigkeiten geraten. Sollte dies einmal der Fall sein, ist es an den Eltern, die nötigen Schritte einzuleiten.
Trotzdem kann eine sorgfältige Prävention helfen, die Gefahren für Ihr Kind zu minimieren. Wissen ist Macht und in diesem Fall der Schlüssel zur sorgfältigen Prävention. Dementsprechend wird empfohlen, dass Eltern und ihre Kinder offen darüber sprechen, wie ihre Kinder mit dem Internet umgehen, und welche Gefahren damit möglicherweise verbunden sind. Ein guter Start wäre das gemeinsame Anschauen der Seiten zur Internetsicherheit auf http://www.wiredsafety.org/safety/index.html (englisch). Dort finden Sie verständliche Informationen und weiterführende Links zum Thema Internetsicherheit. Eine gute Möglichkeit bietet ebenfalls die Internetseite InternetSuperheroes.org, welche die beliebten Marvel Comicfiguren wie Spider Man und Hulk nutzt, um den Kindern einen sicheren, persönlichen und verantwortungsvollen Umgang mit der Internettechnik beizubringen.
Die Organisation WiredSafety entwickelt ein Programm namens „Internet Safety 1-2-3!“, welches viele Möglichkeiten für Eltern anbietet, um mehr darüber zu erfahren, was ihre Kinder online tun und über die Nutzung von Handys, und wie man sicherer mit ihnen umgehen kann.
Parry Aftab sagt immer, dass das größte Risiko für unsere Kinder in Verbindung mit dem Internet, der verweigerte Zugriff auf Internetseiten ist. Wenn man sein Kind wissen lässt, dass man für sie da ist, egal was schief geht, ob on- oder offline, hat man schon das Wichtigste getan, sie zu schützen. Bilden Sie sich. Melden Sie sich kostenlos auf wiredsafety.org (englisch) bei einer der Fernlehrgänge für Eltern an oder lesen Sie das Online-Handbuch für Eltern auf wiredsafety.org oder wiredkids.org. Auf wiredsafety.org finden Sie ebenfalls ein Video zur Internetsicherheit namens „Die vier P: Privatsphäre, Probleme, Pornografie und Pop-ups“, welches auch zum Download verfügbar ist. Dieses Video darf auch an Freunde und Bekannte weitergegeben werden. Wenn Sie ein Verein oder eine Firma sind und das Video benutzen möchten, schreiben Sie einfach an media@wiredsafety.org.
Was ist
zu tun, wenn mein Kind Probleme auf MySpace erfährt?
Sowohl technische (z.B. Seitenfunktionalität) als auch nicht technisch bedingte Schwierigkeiten (Belästigung, Bedrohung etc.) können über das zentrale Emailsystem berichtet werden. Es wird erreicht über den Link „Wende ich an MySpace“ in der Navigationsleiste die sich unten auf der Seite befindet. Hinter diesem Link verbirgt sich ein Formular, in das man die folgenden Informationen eingeben kann:
- „Betreff“ (Drop-Down-Liste mit verfügbaren Standard-Betreffszeilen, oder SONSTIGES)
- „Unterthema“
Dieses Formular ist die erste Kontaktmöglichkeit für nahezu alle Probleme, Anfragen, Vorschläge und allgemeine Kommentare. Lediglich Account-Kündigungen können über dieses Formular nicht durchgeführt werden. Die Anmerkung „Wir werden Account-Löschungsanträge über dieses Formular nicht bearbeiten.“ weist bei dem Kontaktformular darauf hin.
Wie man
einen Account von einem Mitglied unter dem Mindestalter löschen kann
Wie zuvor beschrieben, leidet MySpace unter vielen Problemen wie auch andere große soziale Netzwerke. Eine besondere Schwierigkeit, welche vermutlich aus der großen Beliebtheit der Seite resultiert, ist die Tatsache, dass viele Minderjährige einen Account eröffnen, oft auch Minderjährige, die noch unter dem Mindestalter der Seite liegen.
Eltern, die einen Account von ihrem Kind, welches noch nicht das Mindestalter erfüllt, löschen möchten, haben folgende zwei Möglichkeiten. Unabhängig davon, welche Möglichkeit gewählt wurde, versprechen die Seitenbetreiber, alle Informationen des zu löschenden Accounts gelöscht werden.
1. Wenn ein Elternteil entschließt, dass der Account ihres Kindes gelöscht werden sollte, und das Kind weigert sich nicht, kann der folgende Prozess durchgeführt werden.
- Bei MySpace einloggen
- Auf „Einstellungen“ klicken
- Auf dieser Seite klicken Sie auf „Account löschen“
- Klicken Sie auf „Meinen Account löschen“ im Kontrollkästchen
- Wenn Sie möchten, schreiben Sie noch Anmerkungen, dann klicken Sie auf den zweiten Button namens „Meinen Account löschen“ um den Prozess zu beenden.
- Sie werden eine Bestätigung der Account-Löschung an die angegebene Email-Adresse erhalten. Sie müssen auf diese Email antworten, damit der automatische Löschungsprozess des Accounts abgeschlossen wird.
2.
Alternative Account-Löschung:
Leider lügen bei der Anmeldung bei MySpace einige Kinder nicht nur bei ihrem Alter, sondern nutzen auch Email-Wegwerfadressen oder geben vor, ihr Passwort vergessen zu haben. Diese Umstände können den zuvor beschriebenen Weg der Accountlöschung unmöglich machen.
MySpace hat diese Umstände erkannt und einen anderen Weg zur Account-Löschung geschaffen. Wenn ein Elternteil den Account von einem Minderjährigen löschen möchte und entweder das Kind nicht zustimmt oder technische Schwierigkeiten verhindern dies, können folgende Möglichkeiten helfen.
- Der erste Schritt besteht darin, dass die Eltern über das Kontaktformular (zuvor beschrieben) Kontakt mit MySpace aufnehmen, um die Accountlöschung zu beantragen. Der Antrag muss die URL des Profils des Kindes wie z.B. www.myspace.com/namesdeskindes enthalten. Diese Information können Sie links oben auf der Willkommensseite finden, wenn das Kind eingeloggt ist. Wenn die URL in der Email enthalten ist, werden die Seitenbetreiber den Account auf Anzeichen untersuchen, die darauf hindeuten, dass das Mitglied minderjährig ist. Wenn ein eindeutiger Beweis gefunden wurde, wird der Account gelöscht und eine Email wird an die angegebene Emailadresse des Mitglieds gesendet, warum der Account gelöscht wurde. Wenn keine Anzeichen gefunden wurden, dass das Mitglied unter 14 Jahren ist, werden die Seitenbetreiber die Eltern kontaktieren und versuchen, telefonisch mit ihnen in Kontakt zu treten, bevor sie den Account löschen. Siehe unten.
- Wenn die URL des Profils nicht in der Anfrage angegeben wurde, werden die Eltern angeschrieben mit der Bitte, diese Internetadresse noch nachzutragen und dass die Eltern versuchen sollten, mit ihrem Kind zusammen zu reden, so dass der normale Weg der Accountlöschung vollzogen werden kann.
- Wenn die Eltern ihr Kind nicht zur Accountlöschung überzeugen können, werden die Seitenbetreiber die Eltern telefonisch kontaktieren, um sicherzustellen, dass es wirklich die Eltern des Kindes sind. Ist dies der Fall, wird der Account des Kindes noch während des Telefonates gelöscht.
Einige Eltern versuchten bereits, die Accounts von den Schulkameraden ihres Kindes zu löschen. Obwohl MySpace einen Account löscht, an dem sich zeigt, dass das Kind unter 14 Jahren ist und bei der Anmeldung bezüglich seines Alters gelogen hat, sollten Eltern Dinge nicht einfach so in die Hände nehmen. Anstatt die Seitenbetreiber zu kontaktieren, sollten sie die anderen Eltern darüber informieren (falls sie es nicht selbst schon wissen), dass ihr Kind einen Account bei MySpace hat. Viele Eltern überwachen den Account ihres Kindes und würden es nicht akzeptieren, wenn jemand anderes etwas ungefragt in die Wege leitet. Andere möchten aber auch sehen, mit wem ihre Kinder Kontakt haben und was geschrieben wurde.
Verweisen sie andere Eltern auf Wiredsafety.org bei Fragen. Wiredsafety.org bietet ebenfalls Powerpoint-Präsentationen an, welche von Eltern und Schulgruppen genutzt werden können. Kontaktieren Sie media@wiredsafety.org, um eine Kopie zu erhalten. Parry Aftab und andere ehrenamtliche Mitarbeiter von Wiredsafety.org halten ebenfalls Reden zu diesen und anderen Themen für Kinder und Erwachsene, die online verfügbar sind.
Welche
Informationen genau veröffentlicht mein Kind?
Die Veröffentlichung eines Profils stellt eine großartige Möglichkeit dar, andere im gleichen Alter oder mit ähnlichen Interessengebieten zu treffen. Für Mitglieder ist es ein schneller Weg, eine Basis zur Kommunikation mit anderen herzustellen.
Nichtsdestotrotz können Profile Informationen preisgeben, so dass man Ziel von Angriffen oder Ausnutzung seitens Trickbetrüger oder Erpressern wird. Selbst das Bereitstellen von Fotos kann zur Bedrohung werden. Zum Beispiel kann jegliche sichtbare Volkszugehörigkeit recht schnell zu rassistischen Angriffen führen. Sollte man ein provokatives oder sexuell anregendes Bild in das Profil stellen, wird man nahezu immer von Personen kontaktiert, die lediglich auf sexuelle Kontakte aus sind. Ein Bild eines offensichtlich Minderjährigen zieht die Aufmerksamkeit von Cyberbullys (Personen, die das Internet zum Belästigen anderer benutzen) oder in schlimmeren Fällen Kindsentführern auf sich. Im Wesentlichen sollte man sich die Frage stellen, welche Gründe vorliegen, dass jemand zu viele Informationen zur Verfügung stellt. Im Allgemeinen sollte folgende Richtlinien immer beachtet werden, wenn ein öffentliches Profil erstellt werden soll:
- Niemals Informationen in einem Forum veröffentlichen, die zur persönlichen Identifikation dienen können. Welche Informationen können dies sein? Es sind jegliche persönliche Informationen, die eine Person identifizieren oder finden lassen im echten Leben. Dies können z.B. der Vor- und Nachname, Adresse, Telefonnummer, Handynummer, der Sportverein, oder Links zu Webseiten, die diese Informationen beinhalten können, sein.
- Selbst ohne es zu wollen, können Sie solche Informationen preisgeben, indem Sie ein Bild in das Profil stellen, welches z.B. Ihr Auto mit dem Kennzeichen, Wohnadresse, Arbeitsstelle, Schule etc. zeigt. Oder Sie können ein Schul- oder Club-T-Shirt, eine Uniform oder eine Kappe tragen, die Anhaltspunkte geben können, wo Sie zu finden sind. Diese Informationen können missbraucht werden zum Raub Ihrer Identität, Erraten Ihrer Passwörter, Stalking, Belästigung oder Bedrohung oder solchen, die Sie wirklich verletzen möchten.
- Bedenken Sie immer, dass einige mit Ihnen den Kontakt halten mit der Absicht, so viele kleine Informationen über Sie zu bekommen wie möglich. Diese vielen kleinen Informationen können als Ganzes betrachtet dazu dienen, Sie zu finden. Ebenso können diese Menschen verschiedene Namen oder Nutzerprofile benutzen, um sich als verschiedene Menschen auszugeben, um mehr Informationen zu sammeln und der Gefahr aus dem Weg zu gehen, dass Sie eine Konversation zu einem nahezu Fremden abbrechen könnten.
- Eine einfache Richtlinie für Kinder und Jugendliche ist, dass sie niemals etwas schreiben sollten, was ihre Eltern, Lehrer, Schuldirektor oder Arbeitgeber nicht sehen sollten.
- Ähnlich ist es auch bei Fotos. Stellen Sie niemals Fotos online, von denen Sie nicht möchten, dass sie in der ganzen Welt verbreitet werden können. Denken Sie daran, dass sobald Sie Informationen ins Internet stellen, Sie keinerlei Kontrolle mehr darüber haben, wie sich diese Informationen verbreiten, wie sie genutzt werden oder von wem diese Informationen letztendlich eingesehen werden können. Ein typisches Szenario ist, dass man gebeten wird, sexuell anregende Fotos zu schicken. Dies kann möglicherweise dazu führen, dass diese Fotos im ganzen Internet verbreitet werden, oder dass diese Fotos an die Freunde, Kollegen oder Familienmitglieder des Opfers weitergeleitet werden. Können Sie sich das Ausmaß der Bedrohung vorstellen, unter dem Sie zu leiden hätten?
Es wäre sehr klug von Eltern, immer öfters den Inhalt des Profils ihres Kindes zu überprüfen. Auf MySpace und vielen ähnlichen Diensten ist dies sehr einfach, wenn das Kind sich anmeldet, dann auf den Link namens „mein Profil ansehen“. Alles, wo sie Bedenken haben, sollte sofort vom Profil gelöscht werden durch „mein Profil bearbeiten“. Außerdem sollten Sie Ihr Kind erinnern, warum solche Informationen gefährlich sind. Aufzeichnungssoftware, so wie Spectorsoft.com, können sie auf dem Laufenden halten, was Änderungen in dem Profil Ihres Kindes betrifft.
© Wired Kids, Inc.
Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt mit freundlicher Genehmigung der Organisation www.wiredsafety.org 2007. Wiredsafety mit rund 9.000 ehrenamtlichen Mitarbeiten in der Welt ist die weltgrößte ihrer Art und ist im Bereich Internet-Sicherheit, Interneterziehung und Hilfegruppen tätig.